Meine Erika

Ein subjektiver Bericht aus der Erikastrasse

Es war damals ein grosser Glücksfall für mich, die Wohnung an der Erikastrasse 6 zu bekommen – und ist es auch heute noch.

Vor ziemlich vielen Jahren (ca. deren 10) suchte ich eine neue Bleibe, ich wollte raus aus meiner damaligen WG und wurde im unteren Kleinbasel fündig, genauer an der Erikastrasse. In diesem Quartier fühlte ich mich sofort wohl und tue es bis heute.

Eine Wohnung, die ich mir als Student leisten konnte. Zwei Zimmer, Freiheit!

Vermittelt wurde mir die Wohnung über eine Freundin, Mitbewohnerin der Dachstock-WG und damals die gute Seele des Hauses. Oft wurde bei ihr zum Nachtessen oder zum Spielabend eingeladen. Ich fühlte mich sofort zuhause. Eine lockere aber funktionierende Hausgemeinschaft.

Viele Mieter*innen haben in der Zwischenzeit gewechselt, andere sind geblieben, oder waren einfach schon immer da. Zumindest aus meiner Sicht.

Eine Nachbarin beispielsweise lebt seit 30 Jahren in ihrer Wohnung. Andere wachsen in dieser Strasse auf. So durfte ich die Familie im EG damals als junges Paar kennenlernen. Mittlerweile sind 3 Kinder dazugekommen und sie konnten zwei Wohnungen zu Einer zusammenschliessen. Ohne sie wäre die Strasse längst nicht so lebendig.

Einige Veränderungen hat auch die damalige Dachstock-WG erfahren. Verschiedenste Mitbewohner*innen lebten hier, die einen länger, die anderen kürzer. Zuletzt eine junge Familie, von welcher der eine Elternteil schon vorher Teil der WG war.

So ist in dieser Strasse eine Gemeinschaft herangewachsen, wie sie in Basel immer seltener wird. Man kennt sich, man begegnet sich mit Respekt. Lässt sich Freiraum, weiss aber auch genau, wen man für welches Problem um Hilfe fragen kann.

Trotz vieler Wechsel steht die Erika für mich für Kontinuität und auch für einen Ruhepol. Du biegst um zwei Ecken und hast plötzlich Ruhe, mitten im belebten und verkehrsreichen Kleinbasel. Viele Mieter*innen sind schon lange hier und möchten es bleiben. Die WG im obersten Stock hat trotz vieler Wechsel über Jahre hinweg bestanden.

Genauso hat auch die Erika der Sanierungswut und den Immobilieninvestoren, die im gesamten Quartier um sich greifen, getrotzt. Zumindest bisher.